{"id":53,"date":"2014-12-23T09:48:26","date_gmt":"2014-12-23T09:48:26","guid":{"rendered":"http:\/\/praxis-dr-szymanowski.de\/wordpress\/?p=53"},"modified":"2021-12-21T14:48:16","modified_gmt":"2021-12-21T14:48:16","slug":"wann-sind-reiseimpfungen-notwendig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/praxis-dr-szymanowski.de\/?p=53","title":{"rendered":"Wann sind Reiseimpfungen notwendig?"},"content":{"rendered":"<p>Reiseimpfungen sch\u00fctzen vor Infektionserkrankungen, die im Heimatland nicht oder nur selten vorkommen. Welche Impfungen jeweils erforderlich sind, muss jeder Reisende rechtzeitig vor Reisebeginn mit seinem Arzt kl\u00e4ren. Es spielt eine gro\u00dfe Rolle, ob man beispielsweise nur am Strand liegt oder eine Dschungel-Tour unternimmt, wie der pers\u00f6nliche Gesundheitszustand ist und welches Land oder welche Region man besucht. Die Impfung muss rechtzeitig vor der Reise erfolgen.<\/p>\n<h5>Was ist eine Impfung?<\/h5>\n<ul>\n<li>Eine Impfung ist eine vorbeugende Ma\u00dfnahme gegen Infektionskrankheiten. Ziel einer Impfung ist es, das k\u00f6rpereigene Immunsystem zu unterst\u00fctzen und gegen die entsprechende Infektionskrankheit immun zu werden. Es gibt aktive und passive Impfungen.<\/li>\n<li>Bei einer aktiven Impfung spritzt der Arzt einen Impfstoff in Form von abget\u00f6teten, abgeschw\u00e4chten oder ver\u00e4nderten Teilen des Erregers einer Erkrankung. Dies regt das Immunsystem an, Antik\u00f6rper gegen den Erreger zu bilden. So kann der K\u00f6rper sp\u00e4ter eine Infektion mit einem \u201eechten\u201c Krankheitserreger abwehren.<\/li>\n<li>Bei einer passiven Impfung wird ein Impfserum verabreichet,  das die spezifischen Antik\u00f6rper  gegen den betreffenden Krankheitserreger bereits in hoher Konzentration enth\u00e4lt.<\/li>\n<li>Beide Formen von Immunisierung sch\u00fctzen vor Krankheiten. Eine aktive Immunisierung wirkt meist viele Jahre, die passiver Immunisierung oft nur mehrere Monate.<\/li>\n<\/ul>\n<h5>Welche Impfungen sind in jedem Fall sinnvoll?<\/h5>\n<p>Vor einer Reise sollte man generell den pers\u00f6nlichen Impfschutz \u00fcberpr\u00fcfen. Dies gilt unabh\u00e4ngig vom Reiseziel, denn auch in Deutschland gibt es in Sachen Impfschutz f\u00fcr alle B\u00fcrger Empfehlungen der St\u00e4ndigen Impfkommission (Stiko). Dazu geh\u00f6ren: Diphtherie, Tetanus, Masern, Windpocken, Grippe und Pneumokokken.<\/p>\n<h5>Welche Reiseimpfungen sind vorgeschrieben?<\/h5>\n<p>Einige Impfungen sind bei der Einreise in bestimmte L\u00e4nder vorgeschrieben. Die wichtigsten sind:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Gelbfieber<\/strong>: F\u00fcr die Einreise in einige L\u00e4nder muss man die Impfung gegen Gelbfieber nachweisen (Impfpflicht). Geimpft wird mit einem Lebendwirkstoff. Eine einmalige Impfung gen\u00fcgt. Der Schutz setzt nach zehn Tagen ein und h\u00e4lt zehn Jahre an. Die Impfung darf nur von eigens dazu erm\u00e4chtigten \u00c4rzten verabreicht werden (Gelbfieberimpfstellen).<\/li>\n<li><strong>Meningokokken<\/strong>: Meningokokken k\u00f6nnen eine Gehirnhautentz\u00fcndung verursachen. Geimpft wird als Einmaldosis mit einem Totimpfstoff. Der K\u00f6rper bildet Antik\u00f6rper gegen die Bakterien. Der Schutz beginnt nach zwei bis drei Wochen.<\/li>\n<\/ul>\n<h5>Zus\u00e4tzlicher Schutz<\/h5>\n<p>Bei Reisen in bestimmte Regionen kann eine Impfung gegen dort h\u00e4ufiger auftretende Infektionserkrankungen sch\u00fctzen. Ob eine solche Impfung sinnvoll ist, l\u00e4sst sich nur im Einzelfall beurteilen. Neben dem Reiseziel bzw. der Reiseroute muss man die Dauer der Reise, den Reisestil (Abenteuerurlaub oder Strandurlaub) sowie eine eventuelle berufliche T\u00e4tigkeit ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>FSME<\/strong>: Die Impfung wirkt gegen die Fr\u00fchsommer-Meningo-Enzephalitis, gegen eine russische (RSSE) und eine asiatische Variante. Sie ist bei Aufenthalt in entsprechenden Risikogebieten angezeigt. Geimpft wird zun\u00e4chst zweimal im Abstand von ein bis drei Monaten, die dritte Impfung erfolgt nach zw\u00f6lf Monaten. 14 Tage nach der zweiten Impfung besteht ein zuverl\u00e4ssiger Schutz, der f\u00fcnf Jahre anh\u00e4lt. Nach der dritten Impfung besteht je nach Alter ein Impfschutz von bis zu 8 Jahren.<\/li>\n<li><strong>Japanische Enzephalitis<\/strong>: Das Risiko einer Gehirnentz\u00fcndung durch diesen Erreger ist erh\u00f6ht, wenn man sich in gef\u00e4hrdeten Gebieten S\u00fcdostasiens l\u00e4nger als zwei Wochen aufhalten will. Geimpft wird dreimal mit einem Totimpfstoff. Nach der zweiten Impfung (nach sieben Tagen) besteht ein 80-prozentiger Schutz. Nach der dritten Impfung h\u00e4lt die voraussichtliche Schutzdauer bis zu vier Jahre an.<\/li>\n<li><strong>Hepatitis A<\/strong>: Der Erreger wird bei schlechten hygienischen Bedingungen \u00fcbertragen, wie sie teilweise schon im Mittelmeerraum vorkommen. Es steht sowohl eine aktive als auch eine passive Impfung zur Verf\u00fcgung. Letztere eignet sich f\u00fcr Fernreisende, die sich nicht mehr rechtzeitig aktiv impfen lassen konnten. Die passive Impfung h\u00e4lt aber nur drei Monate an. Geimpft wird als einmalige Dosis.<\/li>\n<li><strong>Poliomyelitis (Kinderl\u00e4hmung)<\/strong>: Diese Impfung haben die meisten bereits im Kindes- und Jugendalter erhalten. In Ausnahmef\u00e4llen ist eine Auffrischung n\u00f6tig. Geimpft wird eine einmalige Dosis mit Totimpfstoff. Der Schutz h\u00e4lt zehn Jahre an.<\/li>\n<li><strong>Hepatitis B<\/strong>: Bei l\u00e4ngeren Reisen in Gebiete mit hohem Risiko f\u00fcr eine Infektion mit Hepatitis B und bei engen Kontakten zu Einheimischen wird diese Impfung empfohlen. Kinder und medizinisches Personal werden in Deutschland in der Regel ohnehin gegen Hepatitis B geimpft. Bei Nichtgeimpften sind f\u00fcr die Grundimmunisierung drei Injektionen notwendig. Zwei bis vier Wochen nach der zweiten Dosis ist ein gewisser Impfschutz gegeben, doch erst die Auffrischung nach sechs Monaten sorgt f\u00fcr einen Langzeitschutz \u00fcber zehn Jahre mit 96-prozentiger Impfsicherheit. Es gibt auch eine \u201eLast-Minute-Impfung\u201c mindestens drei Wochen vor Abreise. Allerdings sch\u00fctzt sie nur zu etwa 70-80 Prozent.<\/li>\n<li><strong>Tollwut<\/strong>: Die Impfung ist bei langen Aufenthalten in L\u00e4ndern mit vielen Tollwut-infizierten Tieren sinnvoll. Besonders bei schlechter medizinischer Versorgung im Reiseland kann sich die Vorsorge durch die Impfung empfehlen. Die Impfung erfolgt mit einem Totimpfstoff. In der Regel sind f\u00fcr einen vollst\u00e4ndigen Impfschutz drei Impfungen notwendig. Der Schutz beginnt zwei Wochen nach der dritten Impfung.<\/li>\n<li><strong>Typhus<\/strong>: Diese Durchfall-Erkrankungen breiten sich vor allem unter sehr schlechten hygienischen Bedingungen aus, wie sie oft nach Naturkatastrophen vorkommen. Deshalb ist die Impfung nur notwendig bei Hilfseins\u00e4tzen oder bei besonderen Trekking-Touren. Die Impfung gibt es als Schluckimpfung oder Spritze. In beiden F\u00e4llen beginnt der Impfschutz nach 10 bis 14 Tagen.<\/li>\n<li><strong>Cholera<\/strong>: Eine Impfung wird nur bei Abenteuerreisen oder Hilfseins\u00e4tzen unter eingeschr\u00e4nkten hygienischen Bedingungen empfohlen. Geimpft wird mit einem Totimpfstoff in zwei Impfdosen im Abstand von mindestens einer und maximal sechs Wochen. Der Impfschutz beginnt acht Tage nach der Impfung und besteht f\u00fcr ungef\u00e4hr zwei Jahre.<\/li>\n<\/ul>\n<h5>Rechtzeitig daran denken<\/h5>\n<p>Man sollte m\u00f6glichst fr\u00fchzeitig mit dem Beginn der Reiseplanung auch eine Impfberatung bzw. die Impfung durchf\u00fchren. Sie wird von allen Tropeninstituten, \u00c4rzten mit der Zusatzbezeichnung Tropenmedizin, reisemedizinisch fortgebildeten \u00c4rzten, aber auch vom Hausarzt angeboten.<\/p>\n<h5>Wie wirksam sind Reiseimpfungen?<\/h5>\n<ul>\n<li>Die meisten Impfungen entfalten eine gute Wirkung gegen die entsprechenden Krankheitserreger. Eine Impfung kann aber oft nicht alle Erreger erfassen, sodass es f\u00fcr jeden Impfstoff bestimmte L\u00fccken geben kann. Deshalb kann man sich unter Umst\u00e4nden trotz der Impfung z. B. mit Pneumokokken oder Typhus-Erregern anstecken. Diese Infektionen laufen dann aber meist viel schw\u00e4cher ab, als wenn man nicht geimpft w\u00e4re. Somit bietet die Impfung auch hier einen gewissen Schutz.<\/li>\n<li>Auch die Wirkdauer ist unterschiedlich und betr\u00e4gt meist zwischen drei und zehn Jahren.<\/li>\n<\/ul>\n<h5>Was kann man auf Reisen noch f\u00fcr seine Gesundheit tun?<\/h5>\n<ul>\n<li>Der Basisschutz im Heimatland wie beispielsweise gegen Tetanus sollte \u00fcberpr\u00fcft werden. Am besten legt man bei der Impfberatung den Impfpass vor, um auch diese Impfungen auf ihre Aktualit\u00e4t zu pr\u00fcfen.<\/li>\n<li>In L\u00e4ndern, in denen Malaria vorkommt, sollte man Schutzma\u00dfnahmen gegen M\u00fccken treffen, die au\u00dfer Malaria auch noch weitere Krankheiten \u00fcbertragen. Dazu geh\u00f6ren Moskitonetze, m\u00fcckenvertreibende Mittel und hautbedeckende, helle Kleidung. Gegen Malaria selbst gibt es keine Impfung.<\/li>\n<li>In vielen nicht-industriellen L\u00e4ndern gibt es viel mehr Infektionserkrankungen als in Westeuropa. Auch sind in diesen L\u00e4ndern mehr Menschen mit dem Aids-Virus oder mit Hepatitis-Viren infiziert, die bei ungesch\u00fctztem Geschlechtsverkehr \u00fcbertragen werden k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Bei Vorerkrankungen wie beispielsweise Asthma oder Herzerkrankungen sollte man vor einer l\u00e4ngeren Reise erst mit dem behandelnden Arzt sprechen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Sprechen Sie rechtzeitig mit Ihrem Arzt, wenn Sie eine Reise planen. Ob eine Reiseimpfung notwendig ist, l\u00e4sst sich nur individuell f\u00fcr die geplante Reise kl\u00e4ren. In Reisemedizin erfahrene \u00c4rzte bieten dazu fundierte Beratung an und f\u00fchren gegebenenfalls die Impfung durch.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Reiseimpfungen sch\u00fctzen vor Infektionserkrankungen, die im Heimatland nicht oder nur selten vorkommen. Welche Impfungen jeweils erforderlich sind, muss jeder Reisende rechtzeitig vor Reisebeginn mit seinem Arzt kl\u00e4ren. 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